Mittwoch, 4.30
Draußen heulen die Züge. Es ist tatsächlich wahr: Sie singen ihr Lied in langen, klagenden, sonoren Tönen. Sie sind kilometerlang und fahren sehr langsam, mit vielleicht 5 Stundenkilometern, durch die Gegend. In Nashville werden sie zusammengekoppelt. Was vielleicht jetzt ein guter Anlaß wäre, mal einige Informationen über Nashville in die Welt zu bringen:
Nashville ist eine Stadt mitten im US-Bundesstaat Tennessee; sie liegt am linken Ufer des Cumberland River, über den einige gewagte Brückenkonstruktionen hinwegführen.
Die Hauptwirtschaftszweige von Nashville, in dessen Großraum etwa 1 Million Menschen leben, sind: Kliniken, Universitäten und Verlage für Bibeln und andere religiöse Schriften.
Außerdem ist Nashville ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt.
In der Innenstadt nahe dem Fluß gibt es einige Klimbimläden und schlechte Bars für Touristen.
Das Angebot an Gotteshäusern ist reichhaltig, und es ist für jeden etwas dabei!
Ebenfalls wichtig für das wirtschaftliche Gedeihen von Nashville sind die Straßen, die so krumm und gewunden und ineinander verschränkt und verknotet sind, so dermaßen und geradezu anthroposophenhaft den rechten Winkel verachtend, daß der Weg zu einem Luftlinie 500 Meter entfernten Ort mit dem Auto eine Sache von Tagen werden kann. Immer mal vorausgesetzt, die Vorräte an Benzin, Wasser und Essen reichen aus. Was sie in der Regel nicht tun. Deshalb gibt es überall an den Straßen Restaurants für Hackfleischgerichte und gefüllte Fladenbrote, in denen man sehr freundlich und schnell bedient wird, außerdem Drive-In-Geldautomaten, Tankstellen und Autowäschefirmen, die sich der Betreuung des anonymen, suchenden Autofahrers verschrieben haben, der zu dieser Stadt gehört wie Elvis Presley zu Memphis, das nicht weit von hier, nur einige hundert Kilometer westlich, am Mississippi liegt.
Beherrscht wird das Stadtbild von einem Gebäude der Telefongesellschaft AT&T, das wegen der beiden stilisierten Antennen links und rechts auch „Batman Building“ genannt wird. Vor zwei Jahren noch gehörte es der Telefongesellschaft „Southern Bell“, was der eindeutig poetischere Firmenname war! Aber „Polydor“ war ja auch schöner als „Universal Domestic Division“. Manchmal muß das Schöne dem nicht ganz so Schönen weichen, da muß man dann durch!
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Straßenplan von Nashville: Manche drucken ihn sich aufs Hemd, aber das bringt nicht viel!
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Ein Feuerwehrauto auf dem Weg zum Einsatz: Seit zwei Stunden fast da!
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Batman-Building: Von weiter links könnte man gut erkennen, warum es so heißt!