20.2. – Fribourg

20.2., 7.30 Uhr:

Die Nacht durchgefahren, im Bus geschlafen, als ich aufwache, sind wir auf der Höhe von Freiburg. Das güldet aber nicht, wie Hamburg-Heiner sagen würde, das ist das falsche Freiburg. Überall Nebel. Deutschland bleiche Mutter usw., schlimm. Gut, daß wir in die Schweiz fahren.

20.2., 12.00 Uhr:

Fribourg ist eine schöne Stadt mit schönem Wetter und einem schönen Hotel. Auch schöne Badewanne und faire Minibarpreise. Rock’n'Roll, ich komme gleich nach.
Auf den letzten Kilometern in den Bus hinein die Frage gestellt:
Sven: Hat irgendjemand Bock darauf, im Tourblog erwähnt zu werden?
(allgemeines Schweigen)
Sven: hat irgendjemand Bock darauf, im Tourblog erwähnt zu werden.
(allgemeines Schweigen)
Sven: Hat irgendjemand Bock darauf, im Tourblog erwähnt zu werden?
usw.
Man muß natürlich die Privatsphäre der Leute akzeptieren. Aber was ist das für ein komisches Internet-Tagebuch von einer Rock’n'Roll-Tournee, in dem die anderen gar nicht vorkommen? Das ist ja wie ein Film ohne Schauspieler. Wie Dick ohne Doof. So kann ich nicht arbeiten und war dann doch traurig, daß ich Hamburg-Heiner nicht mit reingeschummelt habe, der hatte mich doch extra vor einer Woche noch gefragt:
Hamburg-Heiner (HH): Sag mal, könnt ihr auf der Tour nicht noch einen gebrauchen?
Sven: Weiß nicht, ich frag mal, was willst du denn machen?
HH (denkt hörbar nach): Hm… hm… tja… naja… – Sänger, das wäre ganz gut. Sänger würde ich machen.
Sven: Da ist gerade nichts frei. Und sonst?
HH: Bei der Vorgruppe auch nicht?
Sven: Nein, die haben schon Ed Csupkay.
HH: Ed Csupkay? Wer ist das denn?
Sven: So heißt die Vorgruppe. Sind nur zwei Leute: Ed Csupkay und Malcom Arison. Und sie heißen nur Ed Cuspkay.
HH: Naja, wenn die Ed Csupkay heißen, dann kann ich dem ja wohl kaum den Job wegnehmen.
Sven: Ja, das wäre schlecht.
HH: Wie wird denn der Name geschrieben?
Sven: Hamburg-Heiner, das ist jetzt nicht wichtig, wie der geschrieben wird. Wichtig ist, wie der ausgesprochen wird.
HH: Warum das denn?
Sven: Weil das die Niederschrift eines imaginären Telefongesprächs ist, du Paddel. Da ist es für den Leser doch viel wichtiger, wie der Name ausgesprochen wird; wie er geschrieben wird, das sieht er doch. Tschupkai, er wird wie Tschupkai ausgesprochen. Bei seiner Plattenfirma sagen sie auch gerne mal Schubski, aber das sind ja auch Menschenverächter. Oder jedenfalls Vertriebenenverächter.
HH: Ja, ja, das ist ja bekannt.
usw.
Jedenfalls wollte Hamburg-Heiner dann nicht mehr mit. Er wolle ein Vertriebenenkind nicht von seinem angestammten Arbeitsplatz verdrängen, sagte er.
Und das ehrt ihn.
Gleich ist Soundcheck. Da sind dann die anderen alle, Drückeberger, verdammte.

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