Der letzte Posten!

23. Mai 2009

Freitag, 3.27
Nachdenklich schaut der Blogger aus dem 22. Stock in die Nacht von Tennessee. Für morgen sind Gewitterstürme angekündigt. Und Hamburg-Heiner ist irgendwo da draußen auf der Suche nach der Wahrheit und ihren Feinden. Die Züge heulen mehr als gewöhnlich, ein Wind kommt auf, aber das ist bloß die Klimaanlage. Wird die Frau, die das Zimmer macht, heute endlich mal wieder neue Kaffeekissen für den Automaten bringen? So kann man kein Fair Trade machen!
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Irgendwo da draußen läuft er jetzt frei herum…

Hamburg Heiner unleashed

23. Mai 2009

Freitag, 1.34
Im Hotel keine Spur von Hamburg-Heiner. An der Rezeption behaupten sie jetzt, er sei schon abgereist, aber das kann nicht sein, denn bei Starbucks im Erdgeschoss halten sie seinen Stammplatz frei und ordern neue Vorräte von Decaf Bongo Blend.
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Starbucks im Nashville Sheraton Downtown: Für Hamburg-Heiner eine gemähte Wiese.
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Freigehaltener Hamburg-Heiner-Stammplatz: Hier Ehrensache. Noch warm.
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Ihm egal!

Nils R., hörst du mich?

23. Mai 2009

Donnerstag, 15.00
Der Mann von der Rezeption der Blackbirdstudios kommt persönlich vorbei, um mich ans Telefon zu holen. „Es ist Blogwatch“, sagt er, und er schaut mich an wie einen gerade verhafteten Josef K. Er weiß ja nicht, daß ich Beziehungen habe.

Hamburg-Heiner: Hier ist Blogwatch.
Sven: Ja, ja, laß gut sein, es hört keiner mit.
HH: Trotzdem, die Sache ist ernst.
Sven: Ich hab’s aber erklärt.
HH: Schon, aber das versteht doch keiner.
Sven: Glaub ich aber doch.
HH: Nicht ohne Fotos. Technikfotos.
Sven: Das ist, um es mal österreichisch auszudrücken, fad, Hamburg. Mehr als fad. Das braucht kein Mensch.
HH: Wie du meinst. Ich hab’s gesagt, denk drüber nach. Aber wieso kann man bei deinem Blog keine Kommentare abgeben? Das ist doch das Schönste, daß man die ganzen Kommentare lesen kann!
Sven: Wir haben die bei dem anderen Blog, dem Tourblog, blockiert, weil da pro Posting immer zwischen fünfzehn- und zwanzigtausend Kommentare aufgelaufen sind, und alle eher nicht so sehr zur Sache, sondern eher so sexthematisch.
HH: Sexthematisch? Bei deinem Blog?
Sven: Man gab sich keine Mühe, einen Bezug herzustellen. Jedenfalls hab ich das dann mal rausnehmen lassen, und jetzt ist das abgeschaltet, und ich hab Nils R. von Universal zweimal per eMail darum gebeten, die wieder anzuschalten, und nichts ist passiert.
HH: Und nun?
Sven: Keine Ahnung. Vielleicht liest er ja den Blog.
HH: Würde ich nicht von ausgehen.
Sven: Ich auch nicht. Wo bist du gerade?
HH: Immer noch im Hotel. Die haben hier alles, was man braucht.
Sven: Bist du da nicht einsam?
HH: Schön wär’s!
Sven: Ich muß wieder rein.
HH: Technikfotos, denk mal drüber nach.

Nun, hier sind Technikfotos. Auf Dauer ist es nicht gut, sich mit Blogwatch anzulegen, auch wenn man Beziehungen hat.
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24-Spur-2-Zoll-Bandmaschine der Firma Studer: Wenn sich die Spulen drehen, kommt irgendwo Musik raus.
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Ähnliche Sache, aber auf Computer. Die bunten Dinger sind die Abbildungen musikalischer Ereignisse.
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Eine sogenannte Patch-Bay. Die dazugehörige Kontrollinstanz heißt Patch-Baywatch. Hamburg-Heiner ist da ehrenamtlich tätig. Fotografiert erinnert das an Nudeln ohne alles.
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Zeitungskästen für Gratis-Immobilienmagazine. Auch hier gilt: Form follows function!

Bongodeus ex machina

22. Mai 2009

Donnerstag, 13.30
Zum Mittagessen beim Burritomann ist er wieder da. Mit Auto. „So sehen Autos aus, Signori!“ ruft er in die Runde. Allgemeine Erleichterung, aber auch Erstaunen, Beifallklatschen, Freudentänze, dann Enttäuschung, die langsam einer allgemeinen Erschöpfung weicht. „Wer das Ding anfaßt, ist tot!“ Wenn einer wie Richard Pappik solche Worte ausspricht, kommt keiner auf dumme Gedanken.
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Ein Mann und sein Auto. Die Kollegen im Hintergrund tun die Hände zur Sicherheit in die Hosentaschen.

Angst am Steuer

22. Mai 2009

Donnerstag, 10.30
Frühstück in Hillsboro Village beendet. Richard Pappik will nicht ins Auto einsteigen. „Fahrt ruhig ohne mich, ich komme nach“, sind seine gelassenen Worte, und jovial winkt er uns hinterher, als wir in die Wedgewood Avenue einbiegen. Jakob und ich sind uns nicht sicher, ob es richtig war, ihn dort allein zurückzulassen, da ist alles voller Studenten und Studentinnen und Universitätsprofessoren und Gitarrenhändlern, und wenn wir Pech haben, behalten sie ihn für immer da für eine Professur in italienischer Gastronomie oder als Krautrockbeauftragten.
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Wedgewood Avenue: Krautrockbeauftragter gesucht!

Was machen wir hier eigentlich?

22. Mai 2009

Donnerstag, 2.40
Wenn eine Band wie Element of Crime eine Platte aufnimmt, dann bekommt mehr oder weniger jedes Instrument eine eigene „Spur“ auf einem zwei Zoll (etwa 5 cm) breiten, magnetischen Band zugewiesen, auf welchletzterem in diesem Falle (es gibt auch andere Fälle) 24 solcher Spuren parallel zueinander verlaufen und individuell durch einen entsprechenden Tonkopf abgetastet werden können. Das bedeutet, daß man (durch Aktivieren des „synch“-Tonkopfes) gleichzeitig die eine Spur abhören kann, während man synchron dazu auf eine andere Spur aufnimmt. Man kann also zum Beispiel eine Gitarre abspielen und währenddessen dazu singen und den Gesang genau synchron auf demselben Band aufnehmen. Wenn man solche Bandmaschinen nicht hat, kann man das Verfahren auch mit Computern simulieren. Man kann auch Bandmaschinen mit Computern synchronisieren, wenn man z. B. mehr als 24 Spuren braucht. Bei unserer Produktion brauchten wir für das Schlagzeug allein 10 Spuren: 2 für die Bass-Drum, 2 für die beiden Toms, 1 für die Snare, 2 Overhead- und zwei Ambient-Spuren und 1 für die HiHat. Dann gibt es bei eigentlich allen Stücken eine Spur für Bass, mehrere für mehrere Gitarren, eine Spur für Gesang, dann u. U. und je nach Stück Spuren für Klavier, Hammond-Orgel, Violine, Trompeten, Mandolinen, Ukulele, Akkordeon, Streichquartett (6 Spuren), Percussion, Mundharmonika, Melodika und was weiß ich denn.
Alle diese Instrumente werden so aufgenommen, daß sie ihren ihnen aufzeichnungstechnisch möglichen Volumenpegel möglichst ausfüllen, damit die Nebengeräusche weitgehend reduziert werden, bzw. bei digitalen Aufnahmen die Auflösung möglichst groß ist. Oder, um es (leicht verkürzt) auf den Punkt zu bringen: Die Spuren sind alle ungefähr gleich laut, wenn man sie alle mit der gleichen Einstellung abspielt.

Dies nun passiert beim Mix:
a) Man regelt das Lautstärkeverhältnis der einzelnen Spuren zueinander, indem man ein Mischpult benutzt, auf dem jeder Spur ein eigener Lautstärkeregler zugewiesen ist, und das das Gesamtergebnis dann auf zwei Spuren (wg. Stereo) zusammenführt (mixt). Das ist das Wichtigste: Die Balance der einzelnen Instrumente.
b) Man bearbeitet (wenn nötig!) den Klang der einzelnen Instrumente. Dazu können mit Hilfe von sog. Equalizern und anderen, verwandten Geräten einzelne Tonfrequenzen hervorgehoben oder unterdrückt werden, die Sache kann also spitzer, dumpfer, greller, heller, nöliger, gepflegter, bummbummiger oder was auch immer gemacht werden. Hier sind äußerste Vorsicht und Fingerspitzengefühl geboten.
c) Man gibt, wenn gewünscht, den einzelnen Spuren oder dem Gesamtsound Hall oder Echo hinzu, indem man das akustische Signal, das vom Band kommt, durch ein entsprechendes Effektgerät schickt.

Das klingt einfach, aber es sieht ja auch einfach aus, wenn Gideon Kremer die Geige spielt. Am besten läßt man es jemanden machen, der solchen Dingen sein ganzes Leben gewidmet hat.

Wenn man Musik macht wie wir, dann geht man, wenn es finanziell machbar ist (das ist eine Frage des Budgets, und das Budget ist eine Frage des zu erwartenden Verkaufserfolgs) zu Roger Moutenot, weil der dafür der Beste ist. Und da er in Nashville lebt, fährt man dann nach Nashville. Roger hat auch schon das Album „Mittelpunkt der Welt“ gemischt.
Ein Wort noch zum Schluß: Die Songs eines Albums werden nicht besser durch die Mischung. Man kann aus einem Ackergaul auch durch noch so gutes Mischen kein Rennpferd machen. Aber man kann gute Aufnahmen guter Songs durch schlechtes Mischen verderben. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Ein guter Mix fällt als Mix nicht auf, ein schlechter Mix nervt. Für eitle Menschen eine lose-lose-Situation. Deshalb sind Leute, die das gut können, immer extrem uneitle Obersympathen!
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Beispiel für einen unkonventionellen Mix: Blaubeerpfannkuchen und Rührei. Und nun die entscheidende Frage: Wo soll der Sirup hin?
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Zwei extrem uneitle Obersympathen: David Young und Roger Moutenot.

Was macht ihr hier eigentlich?

22. Mai 2009

Donnerstag, 2.25
Das Telefon klingelt. Gut, daß ich schon wach bin. Es ist Hamburg-Heiner.
Sven: Hamburg, alter Freund. Gut, daß ich schon wach bin.
Hamburg-Heiner: Glaub bloß nicht, daß ich mich mit dir über Jetlag unterhalte.
Sven: Auf keinen Fall. Wo warst du denn die ganze Zeit?
HH: Unten in der Lobby.
Sven: Komm doch rauf! Ich mach dir einen Starbucks Decaf Fair Trade in dem kleinen Kaffeeautomaten hier, die haben hier so Kaffeeautomaten, das trinke ich immer um diese Zeit.
HH: Habe ich keine Zeit zu. Sitze hier am Bildschirm bei der Blogkontrolle.
Sven: Haben die da unten Bildschirme?
HH: Ja. 24 Stunden 17 Dollar plus Steuern. Deshalb konnte ich auch die Blogkontrolle nicht früher machen, mußte warten, bis sich das lohnt.
Sven: So steht das Ökonomische dem Zwischenmenschlichen immer und immer wieder im Wege, wird gleichsam deutlich, daß die Zwänge der maximalen Kapitalverwertung direkt proportional zur immer größer werdenden Individualisierung und damit der Vereinzelung des Individuums…
HH: Ja, ja, das kannst du alles deinem Friseur erzählen, Individualisierung des Individuums, geht’s noch tautologischer?
Sven: Kaum.
HH: Darf ich mal eine Frage stellen?
Sven: Ja.
HH: Was macht ihr hier eigentlich?
Sven: Die Platte wird gemischt.
HH: Ja, aber was heißt das?
Sven: Sag bloß, du weißt das nicht?
HH: Wenn es um mich ginge, müßte ich nicht hier unten bei der Blogkontrolle versauern.
Sven: Ich mein ja bloß…
HH: Wenn es um mich ginge, dann würdest du keinen Nashille-, sondern einen Memphis-Blog machen.
Sven: Aber Roger wohnt in Nashville.
HH: Kannst du das dann mal bitte alles erkären?
Sven: Jetzt in diesem Posting oder im nächsten?
HH: Im nächsten. Wenn es in diesem Posting wäre, müßte ich mir das jetzt alles anhören und dazu erläuternde Fragen stellen und den ganzen Scheiß, das wird mir jetzt zu viel.
Sven: Okay.
HH: Gut.
(kurzes Schweigen)
Sven: Soll ich jetzt auflegen.
HH: Ja. Aber noch eins, mein Lieber!
Sven: Was denn?
HH: Es gibt keinen fairen Handel. Ebensowenig wie unfairen Handel. Es gibt nur Handel. Entweder kommt er zustande oder nicht.
Sven: Das mußt du nicht mir erzählen, das mußt du denen von Starbucks erzählen.
HH: Was die meinen, ist Charity-Quatsch, neokolonialer Almosenrassismus, das Sitzen auf dem hohen Roß des Intrusive Carers, der für sich selbst das gute Image will und dabei nichts als Böses schafft.
Sven: Na, na, das scheint mir jetzt aber doch ein bißchen dick aufgetragen zu sein. Vielleicht ist Fair Trade ja auch bloß eine Kaffeebohnensorte, so wie Cabernet Sauvignon eine Traubensorte ist.
HH: Ja, und vielleicht ist Flowery Golden Tippy Orange Pekoe First Flush auch ein Parteiprogramm.

Und damit legte er auf. Wenn er nicht da ist, fehlt er einem. Wenn er da ist, nicht so sehr…
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Die Welt, von da gesehen, wo Hamburg-Heiner gerade sitzt: Nach ihm geht’s ja nicht!

Schuhe #2 – la tendenza fatale ai piedi nudi

21. Mai 2009

Mittwoch, 16.31
Im Schuhbereich kommt es zu erstaunlichen Entwicklungen. Hier der Reihe nach:
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Modell 1: “From hero to zero” (Sarah Connor)! Wo eben noch das rehbraune Wildleder den Spann umschmeichelte, gibt es jetzt nackte Tatsachen. Tennessie ist nicht das Auenland, meine Herren!
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Modell 2: Kaum öffentlich angeprangert, schon aus dem Verkehr gezogen: die lilafarbene Socke. Ist das ein Beispiel für die gesellschaftliche Relevanz des Bloggens oder einfach nur feiger Konformismus?
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Modell 3: Hier wird am Bewährten festgehalten. Zu Recht. Auf lange Sicht gewinnt immer das Rustikale, vgl. Scorpions, Franz Müntefering, D. Diederichsen.
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Modell 4: Jetzt wird’s katholisch: Modell Woityla aus der Collezione Vaticana von Gianfranco Ferre.

Figlmüller rules okay!

21. Mai 2009

Mittwoch, 11.54
Mark, der Assistent der Blackbird-Studios, zeigt Richard den Schlagzeugraum, d. h. heißt einen Raum, in dem so viele Schlagzeuge gebrauchsfertig herumstehen, daß man sie in einem Leben nicht alle benutzen kann. Als Mark sagt, Richard könne sich irgendwas aussuchen, entscheidet er sich für das größte Ride-Becken der Welt, weil ihn das an die Schnitzel beim Figlmüller in Wien erinnert. Manchmal, sagt er, trauert er schon ein bißchen der Zeit nach, als Norditalien (und – wie er nicht vergißt hinzuzufügen – der „schönere Teil Polens“) noch zu Österreich gehörte, das sei eine schöne Zeit gewesen, er noch jung und Österreich noch knackig. Ich muß das demnächst mal nachrechnen, das eröffnet irgendwie einen ganz neuen Blick auf den Mann mit der schwarzen Weste!
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Das größte Ride-Becken der Welt. Das muß jetzt nur noch paniert werden!

Wo die Züge heulen und die Häuser Ohren haben

21. Mai 2009

Mittwoch, 4.30
Draußen heulen die Züge. Es ist tatsächlich wahr: Sie singen ihr Lied in langen, klagenden, sonoren Tönen. Sie sind kilometerlang und fahren sehr langsam, mit vielleicht 5 Stundenkilometern, durch die Gegend. In Nashville werden sie zusammengekoppelt. Was vielleicht jetzt ein guter Anlaß wäre, mal einige Informationen über Nashville in die Welt zu bringen:
Nashville ist eine Stadt mitten im US-Bundesstaat Tennessee; sie liegt am linken Ufer des Cumberland River, über den einige gewagte Brückenkonstruktionen hinwegführen.
Die Hauptwirtschaftszweige von Nashville, in dessen Großraum etwa 1 Million Menschen leben, sind: Kliniken, Universitäten und Verlage für Bibeln und andere religiöse Schriften.
Außerdem ist Nashville ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt.
In der Innenstadt nahe dem Fluß gibt es einige Klimbimläden und schlechte Bars für Touristen.
Das Angebot an Gotteshäusern ist reichhaltig, und es ist für jeden etwas dabei!
Ebenfalls wichtig für das wirtschaftliche Gedeihen von Nashville sind die Straßen, die so krumm und gewunden und ineinander verschränkt und verknotet sind, so dermaßen und geradezu anthroposophenhaft den rechten Winkel verachtend, daß der Weg zu einem Luftlinie 500 Meter entfernten Ort mit dem Auto eine Sache von Tagen werden kann. Immer mal vorausgesetzt, die Vorräte an Benzin, Wasser und Essen reichen aus. Was sie in der Regel nicht tun. Deshalb gibt es überall an den Straßen Restaurants für Hackfleischgerichte und gefüllte Fladenbrote, in denen man sehr freundlich und schnell bedient wird, außerdem Drive-In-Geldautomaten, Tankstellen und Autowäschefirmen, die sich der Betreuung des anonymen, suchenden Autofahrers verschrieben haben, der zu dieser Stadt gehört wie Elvis Presley zu Memphis, das nicht weit von hier, nur einige hundert Kilometer westlich, am Mississippi liegt.
Beherrscht wird das Stadtbild von einem Gebäude der Telefongesellschaft AT&T, das wegen der beiden stilisierten Antennen links und rechts auch „Batman Building“ genannt wird. Vor zwei Jahren noch gehörte es der Telefongesellschaft „Southern Bell“, was der eindeutig poetischere Firmenname war! Aber „Polydor“ war ja auch schöner als „Universal Domestic Division“. Manchmal muß das Schöne dem nicht ganz so Schönen weichen, da muß man dann durch!

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Straßenplan von Nashville: Manche drucken ihn sich aufs Hemd, aber das bringt nicht viel!

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Ein Feuerwehrauto auf dem Weg zum Einsatz: Seit zwei Stunden fast da!

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Batman-Building: Von weiter links könnte man gut erkennen, warum es so heißt!